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Lasst die Volksseele kochen!

Ausstellung Otto Beer / Peter Schmidt / Margit Stäbler-Nicolai und Günther Zitzmann im Rahmen von Bunt statt Braun 2019

Vernissage: 18.11.2019 19.00 Uhr

 

Was kann die Kunst? Was kann die Volksseele? Während die Volksseele sich immer nur um sich selbst sorgt, kann die Kunst Horizonte öffnen und in die Poren eindringen. Die Volksseele verbreitet Angst, sie redet von "Flüchtlingsflut" und "Flüchtlingskrise" und verspottet dabei Menschlichkeit als "Gutmenschentum". Sie sorgt sich um ihre Heimat, wobei sie eine Heimat meint, zu der die Anderen nicht gehören sollen. Sie will für sich bleiben, sucht z.B. Heimeligkeit an den rechten Lagerfeuern des Internets. Sie versucht, mit unbrauchbaren Mitteln der Einsamkeit zu entgehen, sucht Gemeinschaft dort, wo nur Volksgemeinschaft zu finden ist.

Die Kunst dagegen kann mit Vielfältigkeit umgehen, kann mit Ironie spielen, sie kann mit scheinbar harmlosem Spiel beginnen, ohne den großen Ernst aus den Augen zu verlieren. Sie kann banalen Plastikverpackungen Bedeutung verleihen, kann Moscheen in ihrer Prächtigkeit aus der Peripherie ins Zentrum holen, kann Baumstämme in Menschlichkeit verwandeln.

Peter Schmidt


Otto Beer arbeitet mit der Kettensäge. Sein Thema in den ausgestellten Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit den Kernelementen des Rechtspopulismus, der Angst, dem Egoismus, dem Nationalismus und dem Hass, deren Folgen Ausgrenzung, Abschottung, Verlust an Empathie, Verlust von Solidarität und Entstehen von Gewalt sind.

 

Günther Zitzmann zu seiner Kunst: "Die Melange aus Medien und Gesellschaft sind der Nährboden, aus der ich mir die Kunstwürmer ziehe und im Sinne von Karl Valentin verknote. Wie sinnierte dieser doch so hintersinnig während der dunkelsten Phase unserer Geschichte: „Wenn Hitler Kräuter gehießen hätte.“"


Peter Schmidt versteht seine Kunst schon immer politisch. Das erste mal trat er Ende der 1970er Jahre künstlerisch mit einem Plakat für die erfolgreiche Initiative gegen einen Landesparteitag der NPD auf der Ostalb in die Öffentlichkeit. Seither speist sich seine Kunst auch immer wieder in der Auseinandersetzung gegen rechtes Denken. Er fühlt sich dort unwohl, wo Heimat herrscht, sucht aber sowohl in der Hochkunst als auch in der alltäglichen Kultur nach Spuren der Solidarität.

 

Mit und durch die Arbeiten von Margit Stäbler-Nicolai ist ein offener und angstfreier Blick auf die Welt möglich. Der erste Blick auf ihre Kunst kann täuschen. Bekannte Motive erscheinen banal. Wer genauer hinschaut, sieht, was hinter der Erscheinung - was zwischen den Zeilen liegt. Wer sich auf das Spiel einlässt, erfährt wie uns die Welt bewegt.

 

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Lasst die Volksseele kochen!
Ausstellung Otto Beer / Peter Schmidt / Margit Stäbler-Nicolai und Günther Zitzmann im Rahmen von Bunt statt Braun 2019



Eintritt frei